DB0DAM FM Relais

DB0DAM ist das 70-cm-Relais für den Raum Altkreis Bersenbrück/ Wittlage/ Vecta/ Diepholz/ Cloppenburg/ Bremen und darüber hinaus. Relais-Betreiber ist der VFDB-Ortsverband Z36 Osnabrück, der durch die Interessengemeinschaft Amateurfunk Osnabrück unterstützt wird. Es ist seit dem 23.12.2011 in Betrieb. Zuvor wurde die Frequenz viele Jahrzehnte durch das Relais DB0US genutzt.

DB0DAM auf dem Messplatz
DB0DAM auf dem Messplatz

Technische Daten

Standort:
Rufzeichen: DB0DAM
Standort: Dammer Berge
Koordinaten: 52° 33 36 N / 08° 12 42 O
Locator: JO42CN
Antennenhöhe: 88 m über Grund / 214 m über nn.
Betreiber: VFDB e.V. Ortsverband Z36 Osnabrück
SysOp: Rolf Krüger, DL2MB (verantwortlich)
HF:
Kanal: RU716
Ausgabefrequenz: 438,950 MHz
Eingabefrequenz: 431,350 MHz
Strahlungsleistung: 15 Watt EIRP
Betriebsart: F3E (Schmalband-FM, 12,5 KHz-Raster)
Sender: Motorola GM 340
Empfänger: Motorola GM 900
Duplexer: Aerial Facilities Ltd.
Antenne: Kathrein 70 cm Monoband-Rundstrahler
Relais-Steuerung: Software SvxLink von SM0SVX, modifiziert und erweitert von DO6NP, unter Debian GNU/Linux
Computer: 12V-MiniITX-PC Wyse, 1 GB RAM, 2,5 GB Festspeicher
Netzwerk: Anbindung an das HAMNET (5 GHz-Link)
Stromversorgung: Netzteil 30 A; Unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV)
Relais-Parameter:
Öffnung: Auftastung mit

  • 1750 Hz-Tonruf (min. 250 ms)
  • DTMF-Kommando „*“
  • CTCSS-Subton 123 Hz (min. 1 Sek.)
  • ZVEI1-Tonruffolge „01234“
  • nach Relais-Abfall für weitere 10 Sek. auch durch Drücken der PTT.
Haltezeit: 20 Sek. nach Empfang des letzten Signals. Anschließend kann Relais für weitere 10 Sek. durch Signal auf der Eingabe wieder aufgetastet werden.
Signalisierung:
  • Rogerbeep (880 Hz) nach jeder Aussendung
  • Sprach- und CW-Kennung (120 CpM, 1108,73 Hz) bei Relais-Auftastung
  • zusätzliche Ansage „HansaLink aktiv“ bei aktiver Verlinkung
  • CW-Kennung (120 CpM, 1108,63 Hz) alle 10 Min. bei geöffnetem Relais
  • Warnton (Buchstabe „K“ in CW) 2 Sek. vor Relais-Abfall
  • Kennung + Uhrzeitansage zur vollen Stunde
  • ggf. Ansage wichtiger Meldungen zur vollen und / oder halben Stunde
DTMF-Steuerung: nur für SysOps

AntenneDAM

VFDB DL Rundspruch

Jeden 1. Samstag im Monat um 15:oo UTC erfolgt automatisch die Einspeisung des VFDB DL-Rundspruchs. Einen Bestätigungsverkehhr ist nicht vorgesehen. Anschliessend wird das Relais dem HansaLink zurückgegeben.

Geschichte

Bereits seit vielen Jahren wird der Standort DB0DAM vom VFDB-Ortsverband Z36 Osnabrück betrieben. Unter anderem war hier bereits ein Packet-Radio-Digipeater beheimatet und der Standort wird seit vielen Jahren als Bindeglied für Datenübertragungen zwischen Osnabrück und dem Raum Oldenburg genutzt. Bis zum Herbst 2011 war bei DB0DAM ein ATV-Relais in Betrieb. Nachdem der Relais-Verantwortliche dieses nicht weiterführen wollte, wurde die Lizenz von Rolf Krüger, DL2MB, in seiner Eigenschaft als OVV des OV Z36 übernommen und das ATV-Relais ging außer Betrieb.

Schon in der Vergangenheit hatten verschiedene OM den Wunsch geäußert, im Osnabrücker Nordkreis und darüber hinaus parallel zu DB0OBK ein Relais nutzen zu können. Daher lag der Gedanke nahe, den hervorragenden Standort weiterhin zu nutzen und dort ein FM-Relais auf 70 cm zu errichten. Also machte man sich Gedanken über die notwendige Hardware. Auf Basis der bei DB0OSN und DB0OBK gewonnenen Erfahrungen entwickelten Jochen Witte, DL7JW, Nils Prause, DO6NP, und Rolf Krüger, DL2MB, ein Konzept für ein zukünftiges Relais. Aufgrund einer freundlichen Materialspende eines OM stand bereits die notwendige, professionelle Kathrein-Antenne zur Verfügung. Diese wurde von Rolf im Oktober 2011 schon einmal am Standort montiert, um für die kalte Jahreszeit gerüstet zu sein. Um die Verbindung zwischen dem vorhandenen Osnabrücker Umsetzer DB0OBK und DB0DAM zu ermöglichen, sollte auf das HAMNET zurückgegriffen werden, das an beiden Standorten bereits seit Ende 2010 vorhanden war. Es diente bisher als Zwischenstation für den Link von Osnabrück nach Sage/Oldenburg und war darüber hinaus als Internet-Zubringer für das D-STAR-Relais bei DB0DAM tätig. Da die Bandbreite damit noch keineswegs ausgeschöpft war, enthielt der Link für die Sprachübertragung noch mehr als genug Reserven.

Als weitaus problematischer erwies sich da schon die Frage einer freien Frequenz. Da Damme ein hochgelegener Standort ist und es in Deutschland eine große Menge vor allem kleinerer Relais gibt, war es nicht möglich, eine freie Frequenz im alten 25-KHz-Raster zu finden. Es wäre also nur ein X-Kanal (12,5-KHz-Raster) in Frage gekommen. Bei Durchsicht der benachbarten Relaisfunkstellen kam die Frage auf, ob es nicht sinnvoll sein könnte, mit den Betreibern von DB0US zusammenzuarbeiten. Vielen älteren Amateuren ist DB0US sicher noch ein Begriff. Das Relais auf 438,950 MHz befand sich früher auf einem Bundeswehrturm auf dem Signalberg, der nur wenige km vom Dammer Turm entfernt liegt. Aus organisatorischen und finanziellen Gründen musste der Standort aber bereits vor einigen Jahren aufgegeben werden und man zog mit DB0US nach Lohne auf ein privates QTH um, das natürlich wesentlich niedriger lag. Die OM nahmen daraufhin Kontakt mit dem OV Vechta auf und stellten die Idee eines neuen Relais vor. Dort stieß diese Idee auf Interesse und nach Rücksprache mit seinen Mitgliedern lud der OVV und Relais-Verantwortliche Wolfgang Lux, DL8BBC, zum OV-Abend am 09.12.2011 nach Lohne ein. Dieser Einladung folgten Jochen, DL7JW, und Rolf, DL2MB, und stellten dort in angenehmer Atmosphäre die IAO und das geplante Relais vor. An einer Relaisbaugruppe konnten sich die OV-Mitglieder vor Ort einen Eindruck davon verschaffen, wie solch ein Relais aussehen könnte. Nach kurzer Diskussion stimmten die anwesenden OV-Mitglieder schließlich einer Übernahme der Frequenz durch DB0DAM einstimmig zu. Die IAO dankt den OV-Mitgliedern auf diesem Weg noch einmal für das entgegengebrachte Vertrauen. Am Montag, den 12.12.2011 sandte Rolf daraufhin die Urkunden von DB0DAM und DB0US inkl. einer Übernahmeerklärung zur Bundesnetzagentur. Parallel hatten Gespräche mit den verantwortlichen Mitarbeitern stattgefunden und man hatte signalisiert, mit einer Lizensierung sei wohl im Januar zu rechnen. Um so größer war die Überraschung und Freude, als bereits am Freitag, 16.12. die neue Urkunde von DB0DAM im Postkasten von DL2MB lag.

Bereits im Oktober 2011 war mit den konkreten Vorbereitungen für den Zusammenbau des Relais begonnen worden. Es war dabei von Anfang an klar, dass der Zusammenbau auf Basis einer neuen Interface-Platine stattfinden würde. Diese Platine, die im Sommer 2011 in einer Gemeinschaftsarbeit zwischen I.A.F. Emsland und IAO entwickelt worden war, dient zur Verbindung von Sender, Empfänger und Steuerrechner. Als Sender und Empfänger sollten die bewährten Transceiver des Herstellers Motorola zum Einsatz kommen. Hier kamen uns, wie schon bei der Antenne, erneut sehr großzügige Spenden zur Hilfe: Ein OM spendete zunächst ein Motorola GM 900, das als Empfänger eingesetzt werden sollte. Ein weiteres IAO-Mitglied spendete außerdem einen professionellen Duplexer. Es fehlte also nur noch ein Sender, welcher aus den Mitteln der IAO beschafft wurde. Hierbei handelt es sich um ein Motorola GM 340, das in Großbritanien erworben werden konnte. Um das Relais zu komplettieren, fehlte nun nur noch ein Steuer-PC, der von einem Mitglied des Erbauer-Teams zur Verfügung gestellt wurde. Auf diese Weise konnte das Relais für den VFDB-OV Z36 kostenneutral aufgebaut werden. Wir danken allen Spendern noch einmal herzlich für ihren Einsatz.

Als alle Komponenten vorhanden waren, ging es zunächst an die umfangreichen Zusammenbau- und Abgleicharbeiten. Nachdem auch das erledigt war, ging der Umsetzer für einige Tage in einen Probebetrieb. In diesem wurde die Relaisbaugruppe testweise schon einmal mit den anderen Relais verbunden um zu prüfen, ob auch die Verlinkung später reibungslos funktionieren würde. Nachdem daraufhin noch einige Änderungen an der Ablaufsteuerung vorgenommen worden waren, konnte man an die Installation auf dem Dammer Turm denken.

Um nicht bis zum nächsten Jahr warten zu müssen, nahmen sich die Aktiven einen Tag vor Heilig Abend noch einmal frei (man munkelt, sie hätten die Weihnachtsarbeiten zu Hause dafür doppelt so schnell erledigt wie sonst) und Rolf konnte das Relais am Nachmittag des 23.12.2011 erfolgreich am Standort in Betrieb nehmen. Hier lief es zunächst im Single-Betrieb, bevor es am zweiten Weihnachtsfeiertag an HansaLink angebunden werden konnte.

Beschreibung

DB0DAM ist nach dem Prinzip aller aktuellen IAO-Relaisfunkstellen aufgebaut. Anstelle einer herkömmlichen Relais-Steuerung auf Controller-Basis kommt eine Steuerung auf einem Mini-PC zum Einsatz. Um die strengen Vorgaben des Standorteigentümers zur Stromaufnahme einhalten zu können, wird hier ein MiniITX-System auf 12V-Basis eingesetzt. Das System ist so aufgebaut, dass es ohne bewegliche Elemente auskommt. Anstelle einer Festplatte ist ein 2-GB- sowie ein 512-MB-Festspeicher verbaut worden. Das System ist daher sowohl stromsparend als auch erschütterungsfest und temperaturbeständig. Auf dem System läuft das Linux-Betriebssystem Debian. Darüber hinaus ist das System an das HAMNET angebunden, worüber es fernbedient und mit weiteren Umsetzern verbunden werden kann. Ferner verfügt das Relais über eine unterbrechungsfreie Stromversorgung und ist somit auch für einen eventuellen Notfunkbetrieb geeignet.

Bei der Audioübertragung wurde auf eine möglichst große Linearität geachtet. So erzeugt ein Hub von 1 KHz auf der Eingabe auch ein 1-KHz-Signal auf der Ausgabe. Ab einem Hub von 2,8 KHz wird dieser begrenzt.

Hinweis zum 12,5-KHz-Raster

70-cm-Relaisstellen erhalten grundsätzlich nur noch eine Zuteilung für Frequenzen im 12,5-KHz-Raster. Der Wunsch nach immer mehr Relais-Frequenzen im Spektrum zwischen 438,550 und 439,425 MHz macht dies erforderlich. Weitere Informationen findet man in einer Information der Relais-Gemeinschaft HB9F. Nachteilig hieran ist, dass der maximale Hub in diesem Raster nicht mehr als 2,8 KHz betragen sollte. Für Benutzer von Transceivern, die für das 25-KHz-Raster ausgelegt wurden, kann das Signal daher mitunter leise wirken.

Wir halten uns sende- und empfangsseitig an die Vorgaben der Bundesnetzagentur und bitten unsere Benutzer, dies ebenfalls zu tun. Es sollte auf einen nicht zu großen Hub geachtet werden. Zu laute Signale wirken leicht übersteuert. Bei Transceivern mit einem moderaten Hub kann es häufig bereits helfen, das Mikrophon weiter vom Mund zu entfernen oder es seitlich zu besprechen. Bei Verstärkermikrophonen kann auch die Reduzierung der Vorverstärkung hilfreich sein. Führt dies nicht zum gewünschten Erfolg und der Spitzen-Hub liegt immernoch zu hoch, muss dieser auf 2,5 bis 3 KHz reduziert und dafür die Mikrophonvorverstärkung deutlich erhöht werden. Der Verstärker darf dabei natürlich nicht übersteuert werden. Wird dies richtig durchgeführt, dann wirkt das Gerät danach nicht leiser, sondern teilweise sogar noch lauter als zuvor, dennoch wird die Bandbreite eingehalten.

Hinweis zu CTCSS-Subtönen

DB0DAM kann optional mit einem CTCSS-Subton von 123 Hz genutzt werden. Liegt für mindestens eine Sekunde ein Subton von 123 Hz auf der Eingabe an, öffnet das Relais auch ohne 1750-Hz-Rufton.

Hinweis für Nutzer von Betriebsfunkgeräten

Einige Betriebsfunkgeräte sind weder in der Lage, einen 1750-Hz- oder DTMF-Ton zu erzeugen noch einen Subton aufzumodulieren. In diesem Fall kann das Relais auch mit einem ZVEI1-Selektivruf geöffnet werden. Weitere Informationen erteilt der SysOp.

Rundspruch auf DB0DAM

Sonntags um 11:00 Uhr Lokalzeit wird der Rundspruch der Interessengemeinschaft Amateurfunk Osnabrück ausgestrahlt. Anschließend findet zumeist ein ausführlicher Bestätigungsverkehr statt.

Für einen modernen Amateurfunk