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Neuaufbau Digipeater DB0OBK
Von ca. März bis Mai 2007 führten die Funkamateure Rolf, DL2MB, Tobias, DO6DD, und Nils, DO6NP, sowie Henning, DG2BCA, mit Unterstützung einiger weiterer OM ein "Langzeitprojekt" durch: den Neuaufbau des Digipeaters DB0OBK.
Geschichte
DB0OBK ist den Funkamateuren im Raum Osnabrück seit vielen Jahren als Packet-Radio-Digipeater bekannt. Seit August 2002 arbeitete DB0OBK auf dem Schinkelturm mit einem 70 cm Benutzerzugang (TX 439.800 MHz / RX 430.400 MHz, -9.4 MHz Ablage, 9600 Baud) und Links zu DB0RTV nach Rheine sowie DB0PDF nach Petersdorf bei Oldenburg. Als System wurde ein PC mit Intel Pentium 100 MHz sowie zwei BayCom-USCC-Karten mit PC/FlexNet V3.3e als Software eingesetzt.
Durch die Vorgaben der DFMG GmbH war dieser Aufbau hinfällig geworden, da er die Vorgabe der Einhaltung von maximal 100 Watt Stromaufnahme natürlich nicht erfüllte. Außerdem hatte auch der PC seine besten Tage bereits eine Weile hinter sich und war somit nicht mehr für modernere Betriebsarten oder Software gerüstet.
Ende 2006 ging DB0OBK zunächst für Wartungsarbeiten qrt, was sich aufgrund der Schäden durch Kyrill Anfang 2007 länger als geplant hinzog, da die Antennen zum Teil stark in Mitleidenschaft gezogen worden waren.
Durch die Anordnungen der DFMG mussten viele Digis ihren Betrieb stark einschränken oder sogar ganz einstellen. Dies bedeutete (und bedeutet) große Einschnitte für das Packet-Radio-Netz sowie damit auch die Funkrufversorgung in DL. Nach kurzer Diskussion kam man überein, dass DB0OBK gerade deshalb auf jeden Fall erhalten werden sollte. Daher wurde im März 2007 folgendes vereinbart:
- Die Interessengemeinschaft Amateurfunk Osnabrück und der VFDB Ortsverband Z36 Osnabrück werden fortan bei DB0OBK zusammenarbeiten. Die IAO wird Z36 dabei beim Betrieb seines Digis unterstützen.
- Es wird eine Verlinkung zwischen DB0OBK und DB0OSN aufgebaut.
- DB0OBK wird seine Linkstrecken zu DB0RTV in Rheine und wenn möglich DB0PDF in Petersdorf reaktivieren. Grund: Die Digis in Richtung Nordwesten bis ins Emsland wurden bisher über den Digi DB0LER versorgt. Da DB0LER den Standort DFMG-Turm leider räumt, würden die Digis DB0RTV, DB0SM und DB0VL sowie DB0PDF bald eine einsame Insel sein. Dies wollten wir verhindern.
- Es soll ein Lückenschluss Richtung Süden (NRW) hergestellt werden.
Planung
Um uns einen Überblick über den Standort und die vorhandene Hardware zu verschaffen, fand unter Leitung von Rolf, DL2MB, Ende Februar ein erster Besichtigungstermin statt. Unser Versuch, den Link zu DB0RTV mit altem Equipment noch einmal übergangsweise zu betreiben, schlug leider fehl, offenbar aufgrund von Problemen mit der USCC-Karte. Da jedoch klar war, dass diese Hardware nicht mehr lange eingesetzt werden würde, brachen wir diesen Versuch bald ab und kümmerten uns stattdessen um Möglichkeiten, den Digi zukunftsfähig zu machen.
Erste Schritte
Um das Projekt umzusetzen und den Standortvorgaben der DFMG als Eigentümerin dabei zu entsprechen, musste der PC mit USCC-Karten zunächst durch moderne Hardware ersetzt werden. Als "PC-Ersatz" wurde ein WLAN-Router Linksys WRT54GL, auf dem ein Linux-"Ableger" (OpenWRT) mit der (X)NET-Digisoftware arbeitet, angeschafft. An diesen können via Ethernet-(RJ45)-Ports sowie über zwei serielle Schnittstellen, die allerdings manuell nachgerüstet werden müssen, leicht weitere Amateurfunkanwendungen angebunden werden. Weiterhin wurde ein DLC7Link von Marten Güttner, DK6MG, von Z36 erworben. Dieser "moderne TNC" wird via Ethernet angebunden, in ihm arbeiten zwei FSK-Modems. Durch die Linux-Architektur sind noch zahlreiche weitere Anwendungen denkbar, außerdem kann das System sehr einfach gepflegt und aktuell gehalten werden. Der Stromverbrauch der sog. Embedded-Hardware ist bei all dem äußerst gering.
Während Nils, DO6NP, und Tobias, DO6DD, die Software auf dem Router vorbereiteten, baute Rolf, DL2MB, ein FSK-Modem auf und ein. Bei einem ersten Test Ende April auf 70 cm mit einem Siemens C5 für das DLC7Link und einem Kenwood TS-2000 mit integriertem TNC konnte nach kurzer Zeit bereits ein Connect aufgebaut werden. Sowohl Software als auch Modem funktionierten also korrekt.
Links zu DB0OSN und DB0RTV
Als zweiter Schritt wurden die Links zu DB0OSN und DB0RTV eingerichtet. Während sich ersteres relativ einfach gestaltete, waren für den Link zu DB0RTV zunächst einige Probleme aus der Welt zu räumen. Zunächst hatte der RX unseres LinkTRX ein Problem, so dass dieser mitgenommen und von Rolf am Messplatz neu abgeglichen werden musste. Da das Problem jedoch offenbar nicht so leicht aus der Welt zu räumen war und wir den Link möglichst schnell aufbauen wollten, setzten wir zunächst einen anderen LinkTRX ein, tauschten den Quarz und glichen den neuen TRX ab. Dann hatte auch der LinkTRX bei DB0RTV ein kleines Problem, das jedoch zunächst schwer zu lokalisieren gewesen war. Nachdem diese Probleme aus der Welt geschafft worden waren, inzwischen hatten die Crews beider Seiten einige Samstagnachmittage an den Standorten verbracht, galt es noch, die Feineinstellungen vorzunehmen, um eine möglichst hohe Linkqualität zu erreichen. Auch diese Optimierungen verschlangen noch einen ganzen Samstagnachmittag sowie einiges Handbuchlesen, um die Feinheiten des DLC7 zu verstehen.
Seit etwa Mitte Mai '07 läuft der Link nun sehr stabil mit 9600 Baud. Eine Erhöhung der Geschwindigkeit, z.B. auf 19200 Baud Vollduplex, wäre technisch möglich und ist für die Zukunft angedacht.
Link zu DB0PDF
Im Gegensatz zum Link nach Rheine waren wir hier zunächst skeptisch, ob aufgrund des Geländeschnitts ein stabiler Link möglich sein würde; dennoch wollten wir es gern versuchen und auch die SysOps von DB0PDF waren sehr am Link Richtung Süden interessiert. So baute Rolf ein weiteres Modem auf und bereitete den ursprünglich für DB0RTV eingesetzten LinkTRX nun für den Link nach Petersdorf vor.
Leider gelang es nicht, bald einen gemeinsamen Termin für die Teams in Osnabrück und Petersdorf zu finden. Aus diesem Grund richteten beide Seiten die Antennen nach GPS-Koordinaten und den Erfahrungen der Vorjahre aus.
Die erste Inbetriebnahme unsererseits an einem Montagabend durch Rolf brachte ein wenig Ernüchterung: DB0PDF hörte DB0OSN nicht, umgekehrt funktionierte es jedoch bereits. Schnell wurde klar, der RX bei PDF musste defekt sein. Nachdem die Oldenburger SysOps dort Hand anlegten, funktionierte der Link auf Anhieb mit sehr guter Qualität. Nach den kleinen üblichen Optimierungen der Software-Parameter läuft der Link nun seit Mai ebenfalls sehr stabil.
Weitere Projekte
Rund um DB0OBK stehen noch einige weitere Projekte auf der Agenda. Hierüber werden wir berichten, sobald es konkrete Pläne und Vorhaben gibt; wir bitten noch um ein wenig Geduld.
